Zur Gründung der Bürgerstiftung Karlsdorf-Neuthard e.v.

Manche Projekte können nur umgesetzt werden, wenn die Bürger mitanpacken oder sie selbst umsetzen. Um dieses Engagement künftig unter einem Dach zu bündeln, haben am 3. August 2016 mehr als 40 Frauen und Männer den Verein „Bürgerstiftung Karlsdorf-Neuthard“ gegründet.

„Damit haben wir eine bleibende Einrichtung geschaffen, die vereinsübergreifend Projekte in unserer Gemeinde unterstützt oder umsetzt“, so Stefan Huber, der von der Gründungsversammlung im Foyer der Altenbürghalle zum ersten Vorstand gewählt wurde. Die weiteren Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands sind Maria Brandes, Stefanie Otto und Jürgen Storck.

Die Idee einer Bürgerstiftung sei bereits ein Jahr zuvor entstanden, erklärte Mit-Initiator Dieter Schlindwein. Im „Festival der guten Taten“ hätten die Firmen, Einwohner und Vereine in Karlsdorf-Neuthard ihre Spenden- und Einsatzbereitschaft für gemeinnützige Zwecke eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Als erstes Projekt wollen die Mitglieder der Bürgerstiftung die historische Zehntscheuer erhalten und sanieren. Dieses denkmalgeschützte Gebäude wurde vom Speyerer Fürstbischof Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut. Noch wenige Monate zuvor standen die Zeichen auf Abriss der Scheune. Zahlreiche private Initiativen hatten jedoch ein Umdenken bewirkt. Bürgermeister Sven Weigt berichtete den Gründungsmitgliedern aus dem Gemeinderat: „In Kürze werden wir eine Kaufoption unterzeichnen, danach muss bis Ende des Jahres ein tragfähiges Konzept für die Nutzung und Finanzierung der Zehntscheuer vorliegen.“

Den aktuellen baulichen Zustand und die Ausgangslage für die künftigen Planungen erläuterte Gerhard Leicht. Wie der ortsbildprägende Torbogen des Alten Rathauses sei auch die Zehntscheuer Teil der barocken Anlage Altenbürg. Obwohl sie heute im Ortsteil Karlsdorf steht, war die Zehntscheuer zunächst nur für die Neutharder von Bedeutung: Als sie gebaut wurde, gab es Karlsdorf noch gar nicht. Dessen Umsiedlung von Dettenheim am Rhein nach Altenbürg erfolgte erst Jahrzehnte später.

Ideen, was in dem renovierten Gebäude einmal alles stattfinden kann, gebe es viele, so Vorstandsmitglied Stefanie Otto: „Mit dem Erhalt der Zehntscheuer und ihrer Aufwertung haben wir die Chance, für die Menschen in Karlsdorf-Neuthard einen einmaligen Ort für Feste jeglicher Art, Kulturveranstaltungen und Gastronomie zu schaffen“. 

Über das Projekt Zehntscheuer hinaus will die Bürgerstiftung nachhaltig zum Wohle der Gemeinde tätig sein, indem sie weitere Vorhaben in beiden Ortsteilen initiiert und unterstützt – beispielsweise in enger Zusammenarbeit mit der Heimatforschung Neuthard und dem Heimatverein Karlsdorf. Deren Vorstände zählen zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerstiftung.